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Spaziergänge im Grunewald, 192(7 ?), Seite 144-145:
“Vom Steilhang aus überqueren wir einen von Nord nach Süd sich erstreckenden Kamm und kommen in ein schattiges, schluchtartiges Tal. - Es beginnt nördlich der Heerstraße und wird von dieser senkrecht durchschnitten. - In südlicher Richtung läuft es zwischen zwei Höhenzügen zum Haveltal und mündet in den ehemaligen Pichelssee. - Von einem geschütteten Wege, der an dem Rackwitzschen Lokal vorbei zum alten Königgrätzer Garten führt, wird es noch einmal unterbrochen. Form und Oberflächenbeschaffenheit deuten darauf hin, daß es durch fließendes Wasser und Gletscherrande gebildet worden ist.
In diesem Tal liegt ein fast würfelmörmiger (1:70:60), stark beschädigter Quarzitblock, der auf einem Ziegelsteinfundament ruht. - Man ist bemührt gewesen, ihn als heidnischen Opferaltar auszugeben. Vielleicht haben seine Form und die Löcher, die ihn durchsetzen und als Blutrinnen gedeutet werden, Anlaß dazu gegeben. Ursprünglich lag er auf dem östlichen Hang, der die Mulde begleitet. Nach Aussagen älterer Leute aus der Umgebung ist er von einem Naturfreund und dessen Bekannten in den 70iger Jahren ausgegraben und in die Schlucht gekantet worden. Hier hat ihn der alte Herr Rackwitz als “Opferstein” auf das Ziegelfundament gesetzt. Tausende von Spaziergängern kommen an ihn vorbei, fahren mit den Spazierstöcken in die Löcher und stellen Fragen nach der Vergangenheit an ihn. Aber den meisten gibt er keine Antwort.
Wir haben es wohl mit einem Braunkohlenquarzit des Tertiärs zu tun, den das Gletschereis hierher transportiert und abgelegt hat. Die Herkunft der Löcher läßt sich nicht ganz einwandfrei feststellen; man erkennt aber daß sie von Menschenhand stark vergrößert worden sind.
Wenn wir es mit einem Braunkohlenquarzit zu tun haben, dann könnten die Löcher von Baumwurzeln tertiärer Bäume herrühren. Bei genauem Untersuchungen des Werders und der Pichelsberge wurden in der Schwarzen Kehle (Anmerkung: Heutige Murellenschlucht) zwischen Pichelsberg und dem Murellenberg Quarzite mit derselben Gesteinsbeschaffenheit und den charakteristischen Löchern, nur etwas kleiner, gefunden. Sie sind teilweise beim Eisenbahnbau freigelegt worden. Eins von diesen Geschieben hat noch größere Ausmessungen als der Opferstein und ist auch quaderförmig.”
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