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Eine Turmbeschreibung von H. Berdow, 1902 (Der Grunewald, Schilderungen und Studien, Seite 16-18)
....Auf dem Karlsberg winkt der riesige Kaiser-Wilhelm-Turm als erstrebenswertes Wanderziel, das wir in einer guten Viertelstunde bequem auf der Chaussee erreichen.
Von der Plattform des Turmes ersteigen wir auf 180 Stufen das reichgegliederte, mit einem massiven Helm gekrönte Obergeschoß, aus dessen vier Bogenöffnungen sich prachtvolle Ausblicke auf die nähere und fernere Umgebung des Grunewaldes bieten.....- es erfolgt dann eine umfangreiche Ausichtsbeschreibung, hervorzuheben als “historische” Fernziele - : “der neue Dom, die goldstrahlende Kuppel des Reichstagsgebäudes, der schlanke Riesenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche”.
“Nicht nur als Aussichtsturm ersten Ranges, auch als hervorragendes Bauwerk erfordert der Kaiser-Wilhelm-Turm eingehende Betrachtung.
Nachdem der Kreis Teltow beschlossen, dem Andenken des ersten deutschen Kaisers am Ufer der Havel eine weithin ragende Warte zu weihen, und seitens der Regierung die Genehmigung zur Bebauung des Karlsberges erteilt war, wurde Baurat Franz Schwechten mit dem Entwurf des Denkmals betraut.
Der gewählte Platz ist unstreitig im Grunewald der geeignetste, indem der dicht an die Havel vorspringende Karlsberg auf der Chaussee bequemer zu erreichen ist und einen freieren Blick auf die Stromlandschaft gewährt, als der 18 Meter höhere, aber mehr landeinwärts liegende Gipfel des Havelberges.
Nach Osten hin bildet der Kiefernwald einen wirksamen Hintergrund, nach Westen fällt die zum Teil durch Auftragung und Einebnung des Bodens geschaffene Terrasse steil zum Flusse ab.
Auf ihr erhebt sich über dem aus Kiesbeton hergestelltem Fundament der Turm zu einer Höhe von 55 Meter über den Bauplatz oder 105 Meter über den Havelspiegel........
Besuchszahlen im ersten Jahr
”Wie hoch das Publikum diesen neuen, von Schildhorn oder der Saubucht aus schnell zu erreichenden Anziehungspunkt im Grunewald schätzt, geht aus den Besuchsziffern hervor,
Im Laufe der ersten acht Monate nach seiner Eröffnung wurde der Turm von 91.000 zahlenden Personen bestiegen. Dazu kamen noch ohne Entgeld mehr als 7.000 Schüler und Soldaten. Das erste Jahr brachte statt der erwarteten Einnahmen von 5.000 Mark mehr als das dreifache, nämlich 18.000 Mark, welche größtenteils zur Ausschmückung des Bauwerkes und seiner Umgebung verwendet wurden. Seitens der rund 100.000 Besucher des Turmes während der ersten acht Monate wurden 62.888 Ansichtskarten versandt, eine Thatsache, die den Stephansjüngern des nahen Spandaus manchen Seufzer entlockt haben wird.”
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