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Kaiser-Wilhelm-Turm

  © Uwe Gerber, Berlin - Stand Dezember 2011

Der Kaiser-Wilhelm-Turm wurde am
 05. Juni 1899 eingeweiht.

Am 15. September 1948 erfolgte die Umbenennung in Grunewaldturm.

Der Turm wurde vom Kreis Teltow zur Erinnerung an den hundertsten Geburtstag des 1888 verstorbenen König Wilhelm I von Preußen gebaut.

Wilhelm I. war seit 1861 König von Preußen und seit 1871 gleichzeitig Deutscher Kaiser. Während der Kreis Teltow sich bei seiner Ehrung auf den preußischen Königstitel bezog, gratulierte Wilhelm II. bereits bei der Einweihung per Telegramm zum Bau des
 „Kaiser-Wilhelm-Turmes“.

Den hier vorhanden Postkarten aus dem Jahre 1899 und der Schilderung von Berdrow aus dem Jahre 1902 ist zu entnehmen, dass sich der Name
 “Kaiser-Wilhelm-Turm” offensichtlich sofort durchgesetzt hat.

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1902 Grunewaldturm Berdrow

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Berdrow1902, Seite 16-18
Das in vier mächtigen gotischen Bogen sich öffnende Untergeschoß ist zu einer Gedächtnishalle bestimmt, in deren Mitte ein Marmorbild Kaiser Wilhelms Aufstellung findet, während Bronzetafeln an den vier Eckpfeilern die Paladine des greisen Fürsten verewigen...... “

1920 Grunewaldturm Holzverlag

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FESTANSTELLUNG
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1902 Berdrow Profil am Grunewaldturm

Eine Turmbeschreibung von H. Berdow, 1902
(Der Grunewald, Schilderungen und Studien, Seite 16-18)

....Auf dem Karlsberg winkt der riesige Kaiser-Wilhelm-Turm als erstrebenswertes Wanderziel, das wir in einer guten Viertelstunde bequem auf der Chaussee erreichen.

Von der Plattform des Turmes ersteigen wir auf 180 Stufen das reichgegliederte, mit einem massiven Helm gekrönte Obergeschoß, aus dessen vier Bogenöffnungen sich prachtvolle Ausblicke auf die nähere und fernere Umgebung des Grunewaldes bieten.....- es erfolgt dann eine umfangreiche Ausichtsbeschreibung, hervorzuheben als “historische” Fernziele - : “der neue Dom, die goldstrahlende Kuppel des Reichstagsgebäudes, der schlanke Riesenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche”.

“Nicht nur als Aussichtsturm ersten Ranges, auch als hervorragendes Bauwerk erfordert der Kaiser-Wilhelm-Turm eingehende Betrachtung.

Nachdem der Kreis Teltow beschlossen, dem Andenken des ersten deutschen Kaisers am Ufer der Havel eine weithin ragende Warte zu weihen, und seitens der Regierung die Genehmigung zur Bebauung des Karlsberges erteilt war, wurde Baurat Franz Schwechten mit dem Entwurf des Denkmals betraut.

Der gewählte Platz ist unstreitig im Grunewald der geeignetste, indem der dicht an die Havel vorspringende Karlsberg auf der Chaussee bequemer zu erreichen ist und einen freieren Blick auf die Stromlandschaft gewährt, als der 18 Meter höhere, aber mehr landeinwärts liegende Gipfel des Havelberges.

Nach Osten hin bildet der Kiefernwald einen wirksamen Hintergrund, nach Westen fällt die zum Teil durch Auftragung und Einebnung des Bodens geschaffene Terrasse steil zum Flusse ab.

Auf ihr erhebt sich über dem aus Kiesbeton hergestelltem Fundament der Turm zu einer Höhe von 55 Meter über den Bauplatz oder 105 Meter über den Havelspiegel........

Besuchszahlen im ersten Jahr

”Wie hoch das Publikum diesen neuen, von Schildhorn oder der Saubucht aus schnell zu erreichenden Anziehungspunkt im Grunewald schätzt, geht aus den Besuchsziffern hervor,

Im Laufe der ersten acht Monate nach seiner Eröffnung wurde der Turm von 91.000 zahlenden Personen bestiegen. Dazu kamen noch ohne Entgeld mehr als 7.000 Schüler und Soldaten. Das erste Jahr brachte statt der erwarteten Einnahmen von 5.000 Mark mehr als das dreifache, nämlich 18.000 Mark, welche größtenteils zur Ausschmückung des Bauwerkes und seiner Umgebung verwendet wurden. Seitens der rund 100.000 Besucher des Turmes während der ersten acht Monate wurden 62.888 Ansichtskarten versandt, eine Thatsache, die den Stephansjüngern des nahen Spandaus manchen Seufzer entlockt haben wird.”

Berdrow 1902, Seite 16-18
Die auf der Vorderseite und der Rückwand angebrachten Wappenschilder mit dem brandenburgischen und dem preußischen Adler sind aus gebranntem Thon.
Unter dem brandenburgischen Wappen lesen wir in Riesenlettern die Worte:

Der Kreis Teltow baute mich 1897”.

2005 CIMG6204

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Unter dem preußischen Adler prangt des Werkes Widmung:

König Wilhelm I. zum Gedächtnis
(Hinweis: Berdrow schreibt “ö”,  “ä” und ledigleich ein “s”.)

19xx Grunewald-Turm Eintrittskarten
2005 Grunewaldturm Eintrittskarten
Biedeckel

Ansichten nah

1899 Grunewaldturm 1901 Lindwerder und Grunewaldturm-2 1905 Ehepaar um 1905
1899 Grunewaldturm Zeichung Schwechten 1899 Grunewaldturm Foto Hasselkampf 1899 Grunewaldturm Thiel 1905 Grunewaldturm und Havel
1907 Grunewaldturm 1911 Grunewaldturm 1946 Grunewaldturm 1957 Grunewaldturm
1959 Grunewaldturm 1980 Grunewaldturm Schmuckblatt
2006 CIMG2223 2006 CIMG2221 2006 CIMG6662

Ansichten fern

1905 Anstieg zum Grunewaldturm 1914 Grunewaldturm 1925 Grunewaldausflug 1926 Grunewaldturm Luftbild
1907 Havelufer mit Grunewaldturm 1914 Havelufer mit Grunewaldturm 1914 Kaiser Wilhelmturm mit Havelchaussee
1903 Lieper Bucht Grunewaldturm 19xx Wilhelmturm

Aussichten vom Turm

1903 - Berbig Zeichnung Grunewaldturmaussicht
1903 Berbig Zeichnung Grunewaldturmaussicht

1928 Oktober 9 Blick vom Grunewaldturm

Vorstehhende Veröffentlichung dient den Zwecken im Sinne § 86 Absatz 3 StGB.

Private Propagandakarte:
Die Karte wurde im Oktober 1928 postalisch befördert. Vorangegangen war im Mai 1928 die Wahl zum 4. Deutschen Reichstag. Die NSDAP konnte hier nur 2,6 % der Stiimmen erzielen, allerdings waren im Reichstag 15 Parteien vertreten und eine Große Koalition aus SPD, Zentrum, BVP, DDP und DVP unter Kanzler Hermann Müller (SPD) scheiterte im März 1930. Bei der folgenden Reichstagswahl im September 1930 konnte die NSDAP dann 18,2 % der Stimmen erzielen und wurde hinter den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft.
Als Briefmarke wurde eine im Jahr 1926 herausgegebene Briefmarke mit dem Bildniss “Friedrich der Grosse” verwendet. Wikipedia schreibt (Stand 18.11.2011): “Ihren Höhepunkt erreichte die Glorifizierung Friedrichs im Dritten Reich unter der Federführung des Propagandaministers Joseph Goebbels. Das Regime bezeichnete ihn nicht nur als „ersten Nationalsozialisten“, Friedrich und dessen Gefolgsleute wurden auch zum Inbegriff deutscher Disziplin, Standhaftigkeit und Vaterlandstreue stilisiert. So rechtfertigten die Nationalsozialisten in den letzten Kriegsmonaten beispielsweise die Einberufung der Hitlerjungen zum Volkssturm mit der Begründung, Friedrich habe auch 15-jährige Adelssöhne zu Leutnants erhoben. So wurde die Legende des charismatischen Preußenkönigs jahrhundertelang von politischen Machthabern missbraucht; ob er als „undeutsch“ oder „deutschnational“ bezeichnet wurde, unterlag dabei dem jeweiligen Zeitgeist.”
Zusätzlich aufgetragen ist eine Reklamemarke des “Deutschen Turnerbundes 1919”, ein nationalistisch geprägter Verein, in dessen Leitsätzen es heißt: “Den Angehörigen des „Deutschen Turnerbundes 1919“ ist die Mitwirkung an Wettbewerben und Schauvorführungen anderer Leibesübungen betreibender Verbände nur dann gestattet, wenn daran ausschließlich Angehörige germanischer Volksstämme teilnehmen. Anhänger internationaler Richtungen haben kein sittliches Recht, dem „Deutschen Turnerbund 1919“ anzugehören.“ (Erwin Mehl, 1922. Grundriss des deutschen Turnens, Seite 13).

Details

1957 Grunewaldturm Restaurantgarten 2005 CIMG6203
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“Luginsland” Gaststätte Max Müller (ca. 1949/50)

19xx Broschüre Gaststätte Max Müller
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1955 Grunewaldturm Blick 1959 Grunewaldturm Turmaussicht CIMG6184
19xx Rodelbahn am Grunewaldturm

Man beachte den Mosaikboden der Brüstungsterrasse:

19xx Wilhelmsturm mit Mosaik Balustrade
19xx Havel mit Lindwerder und Grunewaldturm
1975 Grunewaldturm Lieper Bucht 2005 Grunewaldturm
1930 Grunewaldturm Luftschiffaufnahme 19xx Grunewaldturm Luftschiffaufnahme 19xx Grunewaldturm Luftbildansicht mit Dampfer 19xx Lufbild Grunewaldturm-Lieper Bucht-Havel 1942 Lieper Bucht mit Grunewaldturm 1937 Kaiser-Wilhelm-Turm, Friedrich Saewert 196x Grunewaldturm 1970 Grunewaldturm Luftbild
1923 Grunewaldturm Havelansicht
1943 Luftbild Grunewaldturm mit Restaurantschiff-k 1959 Wolfgang Tritt Sonntag an der Havel

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